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Der Kehlkopf
By admin | Oktober 30, 2010
Gesangsunterricht in Wien – Zusatzinformationen für Wissbegierige
Damit meine Schüler die Dinge, die ich während des Unterrichts erkläre noch einmal nachlesen können, werde ich in Zukunft in loser Folge Artikel zu Stimmphysiologie / Stimmstörungen in leicht verständlicher Form verfassen. Ich halte es für sehr wichtig und obendrein interessant, sein „Instrument“ genau zu kennen und damit Krankheiten oder Störungen diese sensiblen Systems zu vermeiden.
Kapitel 1: Der Kehlkopf
besteht aus einem Knochengerüst aus 5 verschiedenen Knorpeln:
- Der Schildknorpel (Cartilago thyroidea) hyaliner Knorpel, der größte unter ihnen,der ihm auch seine Form verleiht und durch seine scharfe Kante vorn, gut am Hals sichtbar (bei Männern) , auf jeden Fall aber tastbar ist
- Den oberen Rand des Schildknorpels bedeckt der Kehldeckel (Epiglottis) elastischer Knorpel, er ist lebenswichtig, da er beim Schlucken den unteren Luftweg verschließt und uns vor dem Tod durch Ersticken bewahrt. Wenn wir dagegen atmen steht er offen und ermöglicht, dass die Luft in beide Richtungen hindurch strömen kann.
- Unter dem Schildknorpel befindet sich der Ringknorpel (Cartilago cricoidea) hyaliner Knorpel , er trägt diesen schönen Namen, weil er in etwa die Form eines Siegelringes hat, wobei das „Siegel“ nach hinten gerichtet ist. An diesem „Siegel“ sitzen dann auch die
- Stellknorpel (Cartilagines arytaenoideae ) elastische Knorpel, sie halten und bringen die Stimmbänder in die richtige Position, natürlich nur durch den Einsatz der ansetzenden Muskulatur.
- Verbunden wird dieses Knorpelgebilde durch Gelenke, Bänder und Membranen.
Bis auf den Kehldeckel und die Stimmbänder ist der Kehlkopf von einer feinen Schleimhaut bedeckt, sie trägt Flimmerepithel und enthält schleimbildende Becherzellen . So wird die Atemluft auch hier von Staub befreit, erwärmt und angefeuchtet.
Gut geschützt in der Mitte des Kehlkopfes legt sich die Schleimhaut in zwei Falten, die sogenannten Stimmfalten (Plicae vocales) und die Taschenfalten (Plicae vestibulares). Die Taschenfalten tun nur so als wären sie wichtig, denn sie sind an der Stimmbildung fast nicht beteiligt, aber sie wurden enttarnt und als „falsche Stimmbänder“ bezeichnet. Die richtigen Stimmbänder liegen innen in der Mittel des Kehlkopfes. Sie gehen von der Innenfläche des Schildknorpels aus und verlaufen nach hinten entlang des Randes der Stimmfalten zu den Stellknorpeln. Die Stellknorpel werden dann durch die winzigen ansetzenden Muskeln bewegt. Zwischen den beiden Stimmbändern befindet sich die Stimmritze. Je nach Einstellung der Kehlkopfmuskeln ist Öffnung der Stimmritze unterschiedlich groß.
Mit zunehmender Tonhöhe wird Stimmritze die enger und kürzer. Damit sich nun schöne Töne bilden können ist es ganz wichtig, dass die Stimmbänder eine entsprechende Spannung, aber auch Elastizität aufweisen. Diese ist sehr beeinträchtigt, wenn die empfindliche Schleimhaut entzündet und somit geschwollen ist, die Töne werden dann rau und tiefer. Deshalb empfiehlt es sich, immer schön viel zu trinken und gesund zu leben.
Wer tiefer gehende Informationen wünscht bzw. sich die Anatomie des Kehlkopfes anhand von Zeichnungen verinnerlichen möchte, dem sei ein Besuch bei Wikibooks empfohlen.
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